Um ein Minderwertigkeitsgefühl über lange Jahre mit sich rumzuschleppen braucht es 2 Dinge:

Ein gewisses Maß an Selbstverachtung und man darf niemandem davon erzählen. Ich spreche aus Erfahrung, denn auch ich hatte lange Jahre das Gefühl “nicht cool genug” oder “nicht gut genug zu sein” zu sein.

Ich hab mich ständig mit anderen verglichen, mir Kritik zu sehr zu Herzen genommen und war in vielen Situationen unsicher. Mein allgegenwärtiger Perfektionismus war dabei nur ein Symptom.

Eigentlich hat jeder Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle

Irgendwann hab ich aber gemerkt, dass es eigentlich fast allen Frauen so geht. Wir stellen uns gerne unter unseren Scheffel und glauben nicht an uns und unsere Fähigkeiten. Das ist quasi eine heimliche Volkskrankheit und die Ursachen dafür liegen meist in unserer Kindheit.

Aber die Wahrheit ist: Jeder hat Selbstzweifel! Nur, es gibt Leute die sich davon ihr ganzes Leben ausbremsen lassen und andere, die diese Selbstzweifel einfach links liegen lassen und trotzdem MACHEN.
Erst als das so richtig gesackt war, konnte ich meine Unsicherheit nach und nach abstreifen.

In unserer Kultur darf man keine Schwäche zeigen

Die US-amerikanische Verhaltensforscherin und Professorin Brené Brown hat jahrelang Themen wie “Schwäche zeigen”, Mut, “Sich selbst wertschätzen”und Minderwertigkeitsgefühle untersucht.

Sie hat herausgefunden, dass sehr viele Menschen heimlich an sich selbst zweifeln und nie darüber sprechen! In unserer Kultur bewundern wir die Starken, de Unverwundbaren. Und deshalb versucht jeder nach außen hin so auszusehen.  Aber innerlich kämpfen wir ALLE mit Selbstzweifeln.

Ihre Forschung hat ergeben, dass man Minderwertigkeitsgefühle loswerden kann, wenn man mit anderen darüber spricht. Denn dann stellt sich meist raus, dass es den anderen genauso geht. Dann gibt es keinen Grund mehr sich so zu fühlen!

Sie hat ganz tolle Bücher darüber geschrieben, wie “I Thought It Was Just Me (but it isn’t): Making the Journey from What Will People Think? to “I Am Enough” oder “The Gifts of Imperfection: Let Go of Who You Think You’re Supposed to Be and Embrace Who You Are”.

Letzteres ist auch auf deutsch erschienen mit dem Titel “Die Gaben der Unvollkommenheit”, aber als jemand der ziemlich gut Englisch spricht muss ich sagen, dass die Übersetzung des Buchs etwas hinkt. Wer einigermaßen gut Englisch kann, dem würde ich raten das Original auf englisch zu lesen. Hier geht es zu ihren Büchern.

Frauen vergleichen sich gerne mit anderen und machen sich damit selbst fertig

Aber es ist soo wichtig, dass wir uns das alle bewußt machen:
Wenn man das Gefühl hat “nicht gut genug zu sein” zu sein, dann denkt man natürlich, dass man damit allein dasteht: Sehe ich in der Hose dick aus? Hab ich einen Fehler gemacht? Hab ich was falsches gesagt? Hätte ich das besser nicht machen sollen?

Gerade wir Frauen zweifeln gern an uns und machen uns damit einen irrsinnigen Stress. Dieser Drang es immer allen recht machen zu wollen und perfekt sein zu müssen – damit machen wir uns unser ganzes Leben schwer!

Die Erfolgreichen unter uns haben gelernt, diese fiese kleine Selbstzweifel-Stimme in ihrem Kopf zu überhören und sich nicht beirren zu lassen! Aber ganz loswerden kann man sie nicht. Weil so gut wie jeder sie hat! Auch Supermodels und Karrierefrauen die nach außen hin so lässig und souverän wirken zweifeln an sich.

Warum tun wir alle nach außen hin so, als wären wir perfekt?

Wir können uns gegenseitig helfen unsere Minderwertigkeitsgefühle loszuwerden, aber dafür müssen wir uns gegenseitig eingestehen, dass wir alle sie haben. Wir müssen darüber sprechen!
Wenn jeder nach außen hin immer nur cool und unverwundbar auftritt, dann stehen wir uns alle weiterhin mit unseren Selbstzweifeln im Weg.

Das ist wie mit Instagram: Wir scrollen durch die Bilder von perfekt gestylten Kinderzimmern, liebevoll verziertem Weihnachtsgebäck, makellosen Gesichtern und durchtrainierten Yogakörpern und wundern uns dann, dass wir uns schlecht fühlen.

Aber diese Bilder zeigen ja nicht die ganze Wahrheit sondern nur einen Mini-Ausschnitt. Meist einen aufpolierten, über-perfekten Ausschnitt. So entsteht eintotal verzerrtes Bild.
Wer sich täglich unbewußt mit den “Best of the Best” Momenten von anderen Leuten vergleicht, der fühlt sich natürlich “nicht gut genug”!!

Lebe jetzt und warte nicht drauf, dass Du irgendwann Deinen eigenen überzogenen Ansprüchen genügst!

Wenn wir solchen konstruierten Idealen hinterher rennen, dann verbringen wir unser Leben in einer Art Warteschleife. “Ja, wenn ich abgenommen habe, dann werde ich glücklich sein.” “Wenn mich besser etabliert habe, dann werde ich nach einer Lohnerhöhung fragen”.

Wir denken, dass wir irgendwann perfekt sein werden und unsere eigenen unrealistischen Erwartungen erfüllen werden. Und dann, ja dann werden wir uns entfalten, glücklich sein und endlich was reißen. Öhm… nö!

Klar, kann man sich so über Jahre selbst hinhalten und verarschen. Aber in Wahrheit wissen wir doch alle, dass dieser Zustand nie eintreten wird! Es wird nie alles perfekt sein!

Es wird immer eine Schwiegermutter geben, deren Erwartungen wir nicht erfüllen, eine Bekannte, die über uns lästert oder eine kleine Speckrolle die uns stört. Aber das geht doch allen so!

Und vor allem: Wen interessiert denn was die anderen sagen? Wer sind DIE denn, dass Dir ihre Meinung überhaupt wichtig ist. Ich habe gelernt nur Kritik von Menschen anzunehmen, die schon dort sind wo ich hinwill. Nicht von irgendwelchen Sesselpupsern.

Nur wer sich was traut, kann auch was erreichen!

Stell dich nicht selbst in Frage und mach dir nicht so viele Gedanken! Gerade wir Frauen sind oft so zerfressen von Selbstzweifeln und trauen uns selbst so wenig zu. Wir fliegen gerne unter dem Radar, denn dann ist man nicht angreifbar.

Frauen neigen dazu jede Konfrontation zu vermeiden: Bloss keine Angriffsfläche bieten. Aber damit schränken wir uns nur künstlich ein und schöpfen unser Potenzial nicht aus!

Verlasse deine Komfortzone! Wir alle machen Fehler, scheitern und sind total unperfekt! Aber das ist auch gut so. Denn nur wer sich innerhalb seiner Komfortzone verbarikadiert, und rein gar nichts innovatives macht, der macht nie was falsch. Aber dann entwickelt man sich auch nicht weiter.

Ich habe lange gebraucht um das zu kapieren.

Klar mache ich Fehler! Aber doch nur, weil ich viele Sachen ausprobiere und mich weiterentwickle. Natürlich sind da Dinge dabei aus denen nichts wird, Ideen die ich in die Tonne trete. Aber dabei lerne ich doch total viel!
Steve Jobs ist ja auch nicht morgens aufgewacht und ihm ist das Iphone einfach so eingefallen. Das war ein langer Prozess mit vielen Sackgassen.

Die Selbstzweifel können ein Zeichen dafür sein, dass du dich gerade weiterentwickelst!

Wenn Du eine geniale Idee hast, oder ein Projekt und du merkst wie unterschwellig deine Unsicherheit an dir zerrt. Unser Gehirn will uns nicht “in Gefahr” bringen und deshalb setzt unser Unterbewusstsein alles daran, dass alles so bleibt wie es ist. Erkenne die Selbstzweifel als Zeichen an, dass Du aktiv etwas verändern willst! Und hör nicht auf diese fiese kleine Stimme.

Verfolge deine Ziele und mach worauf Du Bock hast! Oder willst Du später im Altenheim sitzen und sagen: “Ach, hätte ich doch damals …”

Vielleicht bist Du in einem Umfeld aufgewachsten, wo Du immer nur kritisiert wurdest und man dich nicht unterstützt hat. Wo deine Ideen abgetan wurden und du wieder auf den “rechten Weg” zurück geschubst wurdest, wenn du eigene Vorstellungen und Ideen hattest.

Vielleicht hast Du als Kind immer dein Bestes gegeben und auf Anerkennung gehofft und die aber nie bekommen. Daher kommen diese Minderwertigkeitsgefühle und diese Unsicherheit!

Aber Du bist jetzt erwachsen! Was früher war spielt keine Rolle mehr. Davon muss man sich befreien. Orientiere dich and der Zukunft und an dem was Du erreichen willst., nicht an der Vergangenheit!

Wir alle haben diese Unsicherheiten. Der Trick ist sie zu ignorieren und es trotzdem zu tun!
Wenn etwas neues Anfangen willst, eine neue Idee umsetzen willst und du merkst diesen unerklärlichen Widerstand, dieses flaue Gefühl im Magen: Genau das ist der Punkt den du überwinden musst!
Erfolgreiche Menschen haben gelernt damit umzugehen, und das ist der ganze Trick dabei.
Was immer du vorhast: Zieh es durch!

Motiviere Dich selbst, wenn es sonst keine tut!

Wichtig zu wissen ist: Dein Gehirn liebt Wiederholung. Es nimmt das was immer wieder wiederholt wird als Realität an.
Pass genau auf wie du mit dir selbst sprichts: “Ach ich Idiot!”, “Sowas kann ich nicht” “Bei mir geht immer alles schief”.
Wenn Du dich selbst beobachtest und merkst, dass Du Dich unbewusst immer selbst runtermachst, dann versuch mal dich bewusst jeden Tag positiv zu motivieren.

Erinner Dich selbst an Dinge die Du gut kannst: zB sage ich:
“Wow, wie ich das wieder alles organisiert gekriegt hab!”
“Was für eine Woche! Aber wir sind echt gut durchgekommen!”
“Super wie das geklappt hat! Ich habs halt drauf!”
Dein Gehirn hört Dir zu und wenn Du regelmäßig positv mit Dir selbst sprichst, dann glaubt Dein Gehirn was Du sagst! So kannst Du Deine ganze Lebenseinstellung ändern!

Kennst Du jemanden, der das hier auch mal lesen sollte?
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