Achtsamkeit für Kinder: 8 simple Spielideen für mehr Mindfulness

Dass Achtsamkeit uns Eltern hilft unsere Reaktionen besser zu kontrollieren ist bekannt. Aber Kindern Achtsamkeit zu erklären oder gar beizubringen kann schwierig sein. Eigentlich lernen Kinder ja am besten spielerisch!

Hier sind 8 schnelle Ideen mit denen Kinder ungezwungen lernen den Moment zu leben und präsent zu sein.

Achtsamkeit bedeutet die eigene Wahrnehmung bewusst zu steuern. Was wir als Erwachsene mühsam erlernen, können wir unseren Kindern schon von klein auf mit auf den Weg geben. Und für die Familie hat das nur positive Auswirkungen: Auf die körperliche und auch die mentale Gesundheit!

Kinder profitieren in jeder Hinsicht von Achtsamkeit

Die Kinder lernen dadurch geduldiger zu sein, werden mitfühlender, und lernen andere Menschen und ihre Wünsche zu respektieren.
Achtsamkeit bedeutet: Mehr Selbstbeherrschung, bessere Konzentrationsfähigkeit und bewusste Entscheidungen zu treffen anstatt aus der Situation heraus zu reagieren. Und das sind doch genau die Eigenschaften, die Kindern helfen im Leben später erfolgreich zu sein.

Durch Achtsamkeit lernen Kinder nicht so schnell auszurasten, nachzudenken BEVOR sie wütend den kleinen Bruder hauen und besser auf ihre Eltern zu hören. Und das ist doch genau das, was alle Eltern wollen, oder?

Achtsamkeit verändert nachweislich das Gehirn

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Achtsamkeit die Gehirnstrukturen verändert! Dabei wurden Veränderungen in den Gehirnregionen festgestellt, die für Gefühle, Lernen und Selbstregulierung zuständig sein. Und diese Bereiche sind enorm wichtig für die geistige und emotionale Entwicklung, sowie für das allgemeine Wohlbefinden des Kindes.

Kinder Achtsamkeit näherzubringen lohnt sich also in jedem Fall!

Achtsamkeit bedeutet vor allem sich selbst bewusster wahrzunehmen. Seine volle Aufmerksamkeit bewusst auf eine bestimmte Sache zu fokussieren, ganz den Moment zu leben. Jeder, der das schonmal versucht, kann bestätigen, dass das nicht einfach ist. Vielmehr muss man regelmäßig Achtsamkeit praktizieren und das Ganze wie einen “Muskel trainieren”.

Eltern haben es oft schwer die nötige Ruhe zu finden

Einen ruhigen Moment zu finden ist oft schwierig für Eltern. Sich 5 Minuten Zeit zu nehmen um zu meditieren kann mit kleinen Kindern schlichtweg unmöglich sein.
Aber Meditation ist ja zum Glück nicht der einzige Weg mehr Achtsamkeit in sein Leben zu bringen.

Kinder wollen wild sein, herumrennen und spielen. Ihre Fähigkeit zur Selbstkontrolle entwickelt sich erst noch, und deshalb ist es sehr schwer für sie länger still zu sitzen.

Mag sein, dass manche Kinder direkt Zugang zu Meditation und Achtsamkeit finden, aber die meisten finden die Idee einfach nur so still dazusitzen wahrscheinlich ziemlich blöd. Und zwingen kann man sie natürlich nicht.

Aber: Diese Achtsamkeitsübungen und Spiele sind kein Hochleistungswettbewerb! Für Eltern ist es wichtig, ohne große Erwartungen an die Sache ranzugehen.

Hier ein paar Tipps für Eltern:

1. Wenn die Kinder keine Lust haben und nicht mitmachen wollen, dann einfach an einem anderen Tag nochmal versuchen.

2. Um Kindern Achtsamkeit zu vermitteln sollten Eltern zuerst selbst regelmäßig Achtsamkeit praktizieren. Kinder lernen vor allem durch Nachahmung.

3. Eltern sollten sich nicht wundern, wenn die Achtsamkeitsübung nicht nach ihren Vorstellungen verläuft. Kinder sind Kinder und es geht vor allem um das gemeinsame Erlebnis.

4. Eltern sollten sich dabei ganz auf das Kind einlassen. Das Ganze sollte Spaß machen: Lachen und Rumblödeln ist erlaubt!

Kindgerechte Achtsamkeit

Ich versuche zB meinen Kindern das Konzept von Achtsamkeit näher zu bringen in dem ich Sachen sage, wie:

“Manchmal fühlt es sich gut an, einfach mal kurz Pause zu machen, und zu beobachten was um mich herum passiert”

“Ich mache jetzt kurz meine Augen zu und frage meinen Körper, wie er sich gerade fühlt”

Ideen und Spiele mit denen man Kindern Achtsamkeit spielerisch näherbringen kann:

1. Wir wollen anderen Menschen freundlich und liebevoll begegnen. Lass das Kind 5 Menschen aufzählen, die es lieb hat und jeder Person etwas nettes wünschen. Etwas über das die Person sich freuen würde.

2. Genießt zusammen einen achtsamen Snack und beschreibt beim Essen das Gefühl auf der Zunge, den Geschmack und den Geruch.

3. Macht einen Spaziergang der Sinne: Sammelt verschiedene Objekte wie Blätter oder Steine und beschreibt wie sie sich anfühlen, zB rau, nass, glatt usw. Hört genau hin welche Geräusche ihr hört und beschreibt sie.

4. Lass dein Kind beim Essenkochen helfen und an den verschiedenen Zutaten riechen. Beschreibt zusammen wie sie riechen.

5. Wenn ihr gerade alle gut drauf seid und zusammen Spaß habt, dann rufe einen Glücksmoment aus. Wenn ein Glücksmoment ausgerufen wurde, sollen alle kurz innerhalten und in sich hineinspüren, wie gut sie sich gerade fühlen.

6. Besprich mit deinem Kind verschiedene Gefühle, die es haben kann. Das Kind soll dabei jeden Gefühl eine Farbe zuordnen.

7. Jeder muss 3 Dinge nennen, für die er heute besonders dankbar ist. Das funktioniert zB prima abends beim Zubettgehen.

8. Beobachtet zusammen den Himmel und findet Wolken die aussehen wie Dinge, zB eine Wolke, die aussieht wie eine Ente usw.

Achtsamkeit zahlt sich aus!

Ihr werdet sehen, dass solche Spiele sich nur positiv auf die Kinder auswirken! Die Wissenschaft ist gerade erst dabei genau zu erforschen wie sich Achtsamkeit auf das Gehirn auswirkt.

Kleine Momente in denen ihr die Aufmerksamkeit bewusst auf euren Köper, euere Atmung oder die Umgebung fokussiert, können einen großen Einfluss auf die Entwicklung von grundlegenden Alltagsfähigkeiten haben: zB Selbstbeherrschung, Entscheidungsfähigkeit und Gefühlsregulation.

Wenn wir unseren Kindern und ihrem Bedürftnis nach Spass und Bewegung entgegen kommen, schaffen wir es vielleicht sie spielerisch zur Achtsamkeit zu bewegen.

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